Antioxidantien gelten als essenzielle Bausteine für unsere Gesundheit, da sie unsere Zellen vor schädlichen Einflüssen schützen. Doch was verbirgt sich hinter diesen Substanzen, wie wirken sie genau, und warum betonen Ernährungs- und Gesundheitswissenschaftler seit Jahren ihre Bedeutung? Dieser umfassende Ratgeber möchte Ihnen nicht nur ein theoretisches Verständnis vermitteln, sondern auch praktische Handlungsempfehlungen liefern. Dabei gehen wir weit über Basisinformationen hinaus und beleuchten die Rolle von Antioxidantien aus wissenschaftlicher Perspektive. Mit zahlreichen Studienverweisen, Tabellen, konkreten Ernährungstipps, Anwendungen in der Kosmetik, Diskussionen um Nahrungsergänzungsmittel sowie der Frage nach ihrer Rolle bei komplexen Krankheitsbildern wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder neurodegenerativen Leiden, entsteht ein ganzheitlicher Überblick. Das Ziel ist ein „ultimativer Ratgeber“, der alle wichtigen Fragen beantwortet, die sich gesundheitsbewusste Menschen heute stellen.
Was sind Antioxidantien? Ein Blick in die Biochemie
Antioxidantien sind chemische Verbindungen, die freie Radikale neutralisieren. Freie Radikale sind hochreaktive Moleküle mit einem ungepaarten Elektron, das sie besonders instabil macht. Diese Radikale entstehen natürlicherweise im menschlichen Stoffwechsel, aber auch durch äußere Faktoren wie UV-Strahlung, Umweltgifte, Zigarettenrauch oder Stress. Treffen diese Radikale auf Körperzellen, können sie Zellmembranen, Proteine und sogar die DNA schädigen. Langfristig führt dies zu oxidativem Stress, einem Zustand, bei dem die Balance zwischen freien Radikalen und antioxidativen Schutzmechanismen gestört ist [1,2].
Antioxidantien wirken, indem sie freien Radikalen fehlende Elektronen „spenden“, ohne dabei selbst zum schädlichen Radikal zu werden. So werden Kettenreaktionen unterbrochen und Zellstrukturen bleiben intakt. Dieser Prozess ist elementar, um Alterungsprozesse zu verlangsamen und das Risiko für verschiedene Krankheiten zu senken. Der menschliche Körper verfügt über ein eigenes antioxidatives System (u. a. Glutathion-Peroxidase, Superoxid-Dismutase und Katalase), ist aber zusätzlich auf externe Quellen aus der Nahrung angewiesen.
Freie Radikale vs. Antioxidantien: Das Gleichgewicht ist entscheidend
Freie Radikale sind nicht grundsätzlich schädlich – in Maßen haben sie sogar wichtige Funktionen. Sie spielen etwa eine Rolle in der Immunabwehr, indem sie Krankheitserreger angreifen, oder helfen beim Abbau von geschädigtem Zellmaterial nach intensivem Training. Problematisch wird es, wenn freie Radikale überhandnehmen und nur unzureichend durch Antioxidantien abgefangen werden. Dann entsteht oxidativer Stress, der mit einer Vielzahl chronischer Erkrankungen in Verbindung gebracht wird, darunter Herz-Kreislauf-Leiden, Neurodegeneration (Alzheimer, Parkinson), Diabetes mellitus und bestimmte Krebsarten [3,4].
Das Ziel ist also nicht, freie Radikale vollständig zu eliminieren, sondern ein dynamisches Gleichgewicht herzustellen. Antioxidantien sind die Gegenspieler, die dafür sorgen, dass freie Radikale ihr schädliches Potential nicht entfalten können. Eine ausgewogene, vitalstoffreiche Ernährung und ein gesunder Lebensstil bilden die Grundlage, um diese Balance zu wahren.
Wichtige Antioxidantien im Überblick: Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme & Co.
Antioxidantien sind ein Sammelbegriff. Dazu gehören Vitamine (A, C, E), Mineralstoffe (Selen, Zink), sekundäre Pflanzenstoffe (Carotinoide, Polyphenole, Flavonoide) sowie endogene Schutzsysteme (Glutathion, bestimmte Enzyme). Jeder dieser Stoffe hat eigene Stärken, Wirkungsweisen und Vorkommen:
Antioxidans | Hauptquellen | Wichtige Funktionen | Wissenschaftlicher Nachweis |
---|---|---|---|
Vitamin C | Zitrusfrüchte, Beeren, Paprika | Stärkt Immunsystem, fördert Kollagenbildung, beschleunigt Wundheilung | [5,6]: Studien belegen positive Effekte auf Immunfunktionen und Hautgesundheit |
Vitamin E | Nüsse, Samen, Pflanzenöle | Schützt Zellmembranen, verbessert Herz-Gefäß-Funktion | [7]: Meta-Analysen zeigen verminderten oxidativen Stress in Zellmembranen |
Beta-Carotin | Möhren, Süßkartoffeln, Aprikosen | Unterstützen Augen- & Hautgesundheit, wirken entzündungshemmend | [8]: Epidemiologische Daten weisen auf ein geringeres Krebsrisiko hin |
Flavonoide | Beeren, Zwiebeln, Grüner Tee | Entzündungshemmend, gefäßschützend, blutdrucksenkend | [9]: Studien zeigen Kardioprotektion und antioxidative Wirkung im Endothel |
Polyphenole | Trauben, Beeren, Rotwein | Mögliche Anti-Aging-Effekte, Stoffwechselregulation | [10]: Tiermodelle legen lebensverlängernde Effekte nahe |
Selen | Nüsse (v. a. Paranüsse), Vollkorngetreide | Unterstützt antioxidative Enzyme, Schilddrüsenfunktion | [11]: Studien zeigen positive Effekte auf Immunabwehr und Entzündungsmarker |
Zink | Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse | Cofaktor für antioxidative Enzyme, Immunmodulation | [12]: Verbesserte Immunantwort, reduzierte Infektanfälligkeit |
Glutathion | Körpereigene Synthese, fördernde LM: Avocado, Spargel, Kohlgemüse | Zentrales Antioxidans im Zellinneren, regeneriert andere Antioxidantien | [13]: Schlüsselmolekül bei Entgiftungsprozessen & Reduktion von oxidativem Stress |
Antioxidantien in Lebensmitteln: Die Kraft der natürlichen Vielfalt
Die Natur bietet eine riesige Palette an antioxidantienreichen Lebensmitteln. Besonders hervorstechen:
- Beeren (Heidelbeeren, Johannisbeeren, Brombeeren): Sie gelten als kleine Kraftpakete mit hohen Gehalten an Polyphenolen, Flavonoiden und Vitamin C.
- Grünes Blattgemüse (Spinat, Grünkohl, Brokkoli): Reich an Carotinoiden, Vitamin C und Chlorophyll. Studien [14] zeigen eine Verbindung zwischen regelmäßigem Gemüsekonsum und reduziertem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Tomaten und Paprika: Lycopin in Tomaten gilt als besonders starkes Antioxidans mit möglichem Schutz vor Prostatakrebs [15]. Paprika liefert viel Vitamin C.
- Nüsse & Samen (Mandeln, Sonnenblumenkerne, Leinsamen): Vitamin E, gesunde Fette und Spurenelemente wie Selen und Zink machen sie zu antioxidativen „Snacks“.
- Grüner Tee, Kaffee, Kakao: Polyphenole wie EGCG (Epigallocatechingallat) im grünen Tee oder Chlorogensäure im Kaffee beeinflussen Stoffwechselwege, die mit Entzündungen und Alterungsprozessen verbunden sind [16].
- Kräuter und Gewürze (Kurkuma, Ingwer, Oregano): Besonders Kurkumin im Kurkuma zeigt antioxidative und entzündungshemmende Effekte in Zell- und Tierstudien [17].
Eine wichtige Kenngröße ist der ORAC-Wert (Oxygen Radical Absorbance Capacity), der die antioxidative Kapazität eines Lebensmittels quantifiziert. Obwohl der ORAC-Wert in der Wissenschaft umstritten ist, kann er Verbrauchern eine grobe Orientierung bieten, um antioxidantienreiche Lebensmittel auszuwählen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag, was in Studien immer wieder mit reduziertem Krankheitsrisiko assoziiert wird [18].
Lebensstilfaktoren: Über Ernährung hinausdenken
Eine antioxidantienreiche Ernährung ist nur ein Baustein. Um oxidativen Stress in Schach zu halten, spielen auch Lebensstilfaktoren eine erhebliche Rolle:
- Rauchen: Jede Zigarette erhöht die Radikalbelastung im Körper. Studien [19] zeigen, dass Raucher höhere Mengen an Antioxidantien benötigen, um Schadensbegrenzung zu betreiben.
- Alkohol: Übermäßiger Konsum erhöht oxidativen Stress. Ein moderater Weingenuss (1 Glas/Tag) kann aufgrund der Polyphenole im Rotwein im Einzelfall sogar antioxidativ wirken, aber dies ist kein Grund, Nichttrinker zum Alkoholkonsum zu ermuntern [20].
- Sport: Moderates Training steigert zunächst die Bildung freier Radikale, aber langfristig passt sich der Körper an und erhöht seine antioxidative Kapazität. Regelmäßige Bewegung wirkt daher „hormetisch“, d. h. in Maßen fördern Belastungen die Widerstandskraft [21].
- Stressmanagement & Schlaf: Chronischer emotionaler Stress und Schlafmangel erhöhen radikalische Prozesse. Entspannungsmethoden, ausreichender Schlaf und eine gute Work-Life-Balance sind entscheidend, um die Auswirkungen freier Radikale zu minimieren.
Antioxidantien in der Prävention chronischer Krankheiten
Oxidativer Stress wird mit zahlreichen chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Antioxidantien gelten daher als potenzielle Präventionsstrategien. Einige Beispiele:
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Hohe LDL-Cholesterinwerte und Entzündungen spielen bei Atherosklerose eine zentrale Rolle. Freie Radikale oxidieren LDL-Partikel, wodurch diese noch schädlicher werden. Eine antioxidantienreiche Ernährung kann diese Oxidation abmildern. Flavonoide, Vitamin E, C und Polyphenole aus Olivenöl oder Nüssen unterstützen die Herzgesundheit. Meta-Analysen [22] zeigen, dass diätetische Antioxidantien mit einem geringeren Risiko für koronare Herzkrankheiten assoziiert sind.
Krebserkrankungen
DNA-Schäden durch freie Radikale können zur Tumorentstehung beitragen. Antioxidantien könnten hier präventiv wirken, indem sie Mutationen reduzieren. Allerdings ist die Datenlage komplex. Während einige Laborstudien [23] darauf hindeuten, dass Polyphenole oder Carotinoide Tumorzellen am Wachstum hindern, zeigen große Interventionsstudien nicht immer klare Vorteile. Zu hohe Dosen isolierter Antioxidantien können sogar kontraproduktiv sein. Experten empfehlen daher, sich auf eine vielseitige Kost zu verlassen, anstatt sich auf einzelne Supplemente zu stützen.
Neurodegenerative Erkrankungen
Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson sind mit chronischen Entzündungen und oxidativen Schäden im Gehirn assoziiert. Eine antioxidantienreiche Ernährung – etwa eine mediterrane Kost mit viel Obst, Gemüse, Olivenöl und Fisch – korreliert in Beobachtungsstudien [24] mit einem niedrigeren Risiko für kognitive Beeinträchtigungen. Spezielle Antioxidantien wie Flavonoide (z. B. in Beeren) werden intensiv erforscht, weil sie die Blut-Hirn-Schranke passieren und Nervenzellen direkt schützen könnten.
Nahrungsergänzungsmittel: Fluch oder Segen?
Die Nachfrage nach Antioxidantien in Kapselform ist groß. Doch lohnt sich der Griff zum Nahrungsergänzungsmittelregal wirklich? Die Forschung ist uneinheitlich:
- Langzeitstudien (z. B. ATBC-Studie, CARET-Studie) zeigten, dass hochdosierte Beta-Carotin-Supplements bei Rauchern das Lungenkrebsrisiko erhöhen können [25]. Das verdeutlicht, dass isolierte Antioxidantien in hohen Dosen auch Schaden anrichten können.
- Multivitaminpräparate: Manche Meta-Analysen finden keine signifikante Reduktion der Gesamtsterblichkeit durch Zusatzvitamine [26].
- Ausnahmefälle: Bei nachgewiesenem Mangel oder bestimmten Erkrankungen (z. B. Makuladegeneration) kann die Supplementierung sinnvoll sein. Ältere Menschen, Menschen mit einseitiger Ernährung, Leistungssportler oder Personen unter hoher Belastung können von ausgewählten Präparaten profitieren, sollten diese aber mit Fachleuten abstimmen.
Generell gilt: Frische Lebensmittel liefern nicht nur einzelne Antioxidantien, sondern ein komplexes Netzwerk an Mikronährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, die synergistisch wirken. Diese Synergien fehlen oft in isolierten Supplements. Deshalb empfehlen Ernährungswissenschaftler, den Hauptanteil an Antioxidantien aus natürlichen Quellen zu beziehen und Nahrungsergänzungsmittel nur gezielt einzusetzen.
Antioxidantien im Alltag: Praktische Tipps für Konsumenten
Um im Alltag mehr Antioxidantien aufzunehmen, sind folgende Strategien sinnvoll:
- Farbenfrohe Teller: Je bunter Ihr Obst- und Gemüseteller, desto vielfältiger das Spektrum an Antioxidantien.
- Schonende Zubereitung: Viele Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe sind hitzeempfindlich. Kurz blanchieren, dünsten oder rohe Zubereitungen erhalten mehr Nährstoffe als langes Kochen.
- Hochwertige Öle: Olivenöl, Leinöl oder Walnussöl liefern nicht nur ungesättigte Fettsäuren, sondern auch Vitamin E und Polyphenole.
- Vollkorn statt Weißmehl: Vollkornprodukte bieten mehr Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe als raffinierte Getreideprodukte.
- Frisch und saisonal: Saisonale Produkte enthalten oft mehr Nährstoffe, da sie reifer geerntet werden und kürzere Transportwege haben.
- Teepausen nutzen: Ein oder zwei Tassen grüner Tee oder auch Kaffee (in Maßen) liefern zusätzlich Polyphenole.
Antioxidantien und Hautgesundheit: Anti-Aging von innen und außen
Die kosmetische Industrie setzt seit Jahren auf Antioxidantien in Cremes, Seren und Masken. Auch von innen können Antioxidantien gegen frühzeitige Hautalterung helfen. UV-Licht erzeugt freie Radikale in der Haut, was zu Falten, Elastizitätsverlust und Pigmentflecken führt. Eine Kost reich an Vitamin C, E und Carotinoiden kann die Haut widerstandsfähiger gegen diese Schäden machen [27]. topische Produkte mit Vitamin C oder E ergänzen den Schutz. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass eine Kombination aus oraler und topischer Zufuhr von Antioxidantien eine stärkere Wirkung erzielen kann als isolierte Anwendungen [28].
Antioxidantien im Sport: Leistungsfähigkeit und Regeneration
Intensive körperliche Aktivität führt zunächst zu einer vermehrten Produktion freier Radikale. Langfristig passt sich der Körper an und steigert seine eigene antioxidative Kapazität. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Obst, Gemüse, Nüssen und Samen hilft Sportlern, nach intensiven Trainingseinheiten schneller zu regenerieren. Allerdings warnen einige Studien [29] davor, hochdosierte Antioxidantien-Supplements nach dem Training einzunehmen, da sie möglicherweise die natürlichen Anpassungsprozesse (Trainingseffekt, Aufbauend von Mitochondrien) stören könnten. Der Rat: Setzen Sie primär auf vollwertige Lebensmittel, um die natürlichen Anpassungen nicht zu unterminieren.
Antioxidantien und Darmgesundheit: Ein unterschätzter Faktor
Die Darmflora, unser Mikrobiom, spielt eine entscheidende Rolle in Entzündungs- und Oxidationsprozessen. Antioxidantienreiche Lebensmittel fördern nicht nur die Zellgesundheit, sondern können auch die Zusammensetzung der Darmflora positiv beeinflussen. Polyphenole aus Beeren oder Kakao wirken präbiotisch, stimulieren bestimmte Bakterienstämme und reduzieren Entzündungsmarker im Darm [30]. Eine gesunde Darmflora wiederum korreliert mit einem robusten Immunsystem, besserer Nährstoffaufnahme und weniger oxidativem Stress im gesamten Körper.
Der Stand der Forschung: Wo geht die Reise hin?
Die Forschung zu Antioxidantien entwickelt sich stetig weiter. Aktuelle Trends:
- Personalisierte Ernährung: Genetische Unterschiede beeinflussen, wie gut wir Antioxidantien verwerten. Künftig könnten personalisierte Empfehlungen entstehen, die individuelle Antioxidantienbedürfnisse abdecken.
- Neuartige Pflanzenstoffe: Forscher entdecken ständig neue, bislang wenig beachtete sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. in exotischen Früchten oder Wildkräutern) mit potenziell starker antioxidativer Wirkung.
- Synergien & Matrix-Effekte: Künftige Studien fokussieren sich stärker darauf, wie verschiedene Antioxidantien im Verbund agieren. Statt einzelner Stoffe rückt die Gesamtheit der Nahrung in den Blick.
- Biomarker für oxidativen Stress: Präzisere Tests, um den Oxidationsstatus im Körper zu messen, könnten helfen, individuelle Empfehlungen für Antioxidantien zu geben.
Fazit: Antioxidantien als Schlüssel zu Gesundheit, Vitalität und Langlebigkeit
Antioxidantien sind weit mehr als ein Ernährungstrend oder ein bloßes Schlagwort in der Gesundheitsberichterstattung. Sie stehen im Zentrum komplexer Stoffwechselabläufe, die unsere Zellen, Organe und letztlich unsere Lebensqualität beeinflussen. Die wissenschaftliche Literatur liefert genügend Hinweise darauf, dass eine antioxidantienreiche Ernährung und ein gesunder Lebensstil helfen können, das Risiko für zahlreiche chronische Erkrankungen zu senken, den Alterungsprozess zu verlangsamen und die allgemeine Widerstandskraft zu erhöhen [31,32].
Der beste Weg, von Antioxidantien zu profitieren, ist die natürliche Zufuhr über eine ausgewogene, pflanzenbasierte Ernährung. Nahrungsergänzungsmittel haben ihre Berechtigung in bestimmten Situationen, sollten aber nie ein Ersatz für frische Lebensmittel sein. Denken Sie an die Synergieeffekte in natürlichen Nahrungsmitteln: Die Kombination aus Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen kann in ihrer Komplexität nicht vollständig durch ein isoliertes Supplement nachgeahmt werden.
Letztlich ist der kluge Umgang mit Antioxidantien ein Mosaikstein in einer ganzheitlichen Gesundheitsstrategie. Zusammen mit regelmäßiger Bewegung, ausreichend Schlaf, Stressmanagement und dem Verzicht auf Rauchen und exzessiven Alkoholkonsum ergeben sich die besten Chancen für ein vitales, aktives und langes Leben. Indem Sie auf Qualität, Frische und Vielfalt achten, legen Sie den Grundstein für eine optimale antioxidative Versorgung.
Wesentliche Erkenntnisse auf einen Blick
- Antioxidantien neutralisieren freie Radikale und schützen Zellen vor oxidativem Stress.
- Eine bunte, abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkorn, Nüssen und Samen liefert ein breites Spektrum an Antioxidantien.
- Natürliche Quellen sind Supplements oft überlegen, da sie Synergien und komplexe Nährstoffnetzwerke bieten.
- Nahrungsergänzungsmittel können im Einzelfall helfen, sind aber kein pauschaler Ersatz für frische Lebensmittel.
- Gesunde Lebensstilfaktoren (Nichtrauchen, moderater Alkoholkonsum, Bewegung, Stressabbau) verstärken die positive Wirkung von Antioxidantien.
- Forschungstrends gehen in Richtung personalisierter Empfehlungen und besserem Verständnis von Synergieeffekten.
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